{"id":1,"date":"2015-10-31T03:48:21","date_gmt":"2015-10-31T03:48:21","guid":{"rendered":"http:\/\/handrick.eu\/?p=1"},"modified":"2019-08-20T20:51:20","modified_gmt":"2019-08-20T20:51:20","slug":"hello-world","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/handrick.eu\/?p=1","title":{"rendered":"Der erste Sprung!"},"content":{"rendered":"<p><strong>Vorgeschichte \u2013 scheiss H\u00f6henangst<\/strong><\/p>\n<p>Vielleicht bin ich nicht normal, ich liebe Reisen, aber nicht als normaler Tourist, sondern auf eigene Faust mit einem kleinen indischen PickUp. Die Kiste ist extrem, Reisen wie 1940, es gibt keine Ersatzteile in Europa, in 6 Wochen Urlaub sind 5 Pannen normal.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" class=\"size-medium wp-image-5 alignleft\" src=\"http:\/\/handrick.eu\/wp-content\/uploads\/2016\/05\/IMG_0388-300x300.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/handrick.eu\/wp-content\/uploads\/2016\/05\/IMG_0388-300x300.jpg 300w, https:\/\/handrick.eu\/wp-content\/uploads\/2016\/05\/IMG_0388-150x150.jpg 150w, https:\/\/handrick.eu\/wp-content\/uploads\/2016\/05\/IMG_0388.jpg 444w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/p>\n<p>Das ist aber keine normales Reisen, so nach Frankreich an den Strand, sondern eher eine Expedition in wilde Gegenden um Land und Leute kennen zu lernen, besonders angetan hat es mir der Balkan.<\/p>\n<p>Ich liebe einfach die Wildheit des Balkans, alles ist extrem, die Sonne, die Ger\u00fcche, die Menschen in ihrer Urspr\u00fcnglichkeit, die Berge, aber auch die Stra\u00dfen.<\/p>\n<p>Ich bin des \u00f6fteren Stra\u00dfen gefahren die wir \u201ezivilisierten Mitteleurop\u00e4er\u201c \u201eHighway of Death\u201c nennen, also einspurige Stra\u00dfen, die eigentlich Schotterpisten sind, immer am Berg lang, also auf der einen Seite Fels und auf der anderen Seite ein Abgrund der schon mehrere hundert Meter tief sein kann. Und das mit Gegenverkehr, so dass ich bei \u00dcberholvorg\u00e4ngen aus dem Auto sehen muss um einsch\u00e4tzen zu k\u00f6nnen ob es bis zum Abgrund noch 5 oder 10 cm sind.<\/p>\n<p>Ja, solche Stra\u00dfen sind fahrbar, nat\u00fcrlich mit der n\u00f6tigen Vorsicht. Nur habe ich ein Problem \u2013 zwischen den Ohren. Ich habe einfach H\u00f6henangst, tierische, extreme H\u00f6henangst, ich steige nicht einmal auf ein Stuhl. Wenn der Abgrund nicht w\u00e4re w\u00fcrde ich einfach fahren, ohne R\u00fccksicht auf Verluste. Aber am Abgrund schiebe ich Panik! Richtig starke Panik, regelm\u00e4\u00dfig schiebe in ich in Panik. Also feuchte H\u00e4nde, schwitzen, zittern, teilweise kotze ich vor Panik mir die Seele aus dem Leib.<\/p>\n<p>Ich liebe aber diese Reise so sehr, dass ich diese Panik akzeptiere, es geh\u00f6rt einfach zu mir und mein Leben, es ist so eine Art Hassliebe, es sind Gef\u00fchle von so einer Intensit\u00e4t, einfach unbeschreiblich. Und ich bin nicht bereit auf diese Erlebnis zu verzichten nur weil ich Angst habe, Angst geh\u00f6rt einfach zum Leben, so wie Schmerz, Liebe und Freude. Entweder pl\u00e4tschert das Leben so beliebig vor sich hin, ich nenne so ein Leben immer \u201ebiologischen Ausschuss, verschwendet durch sinnloses vegetieren\u201c oder ich lebe mein Leben mit seinen Gef\u00fchlen, mit allen Tiefen und H\u00f6hen, nur muss ich dann die Extremen akzeptieren. Rechts oder links, ich habe mich f\u00fcr Leben entschieden. Leben wie eine Sinuswelle!<\/p>\n<p><strong>Urlaub mit Frau Nachbarin \u2013 Schwanz einziehen geht nicht!<\/strong><\/p>\n<p>2015 bin ich mit meiner EX-Nachbarin und ihrem Kind in den Urlaub gefahren. Ich empfinde sie als extrem attraktiv, ich mag ihr Kind. Sie ist nach meinem Empfinden verr\u00fcckt, positiv verr\u00fcckt. Sie mag extreme Dinge, ihre Frage war was man in Szeged machen kann. Szeged ist meine Heimat, Wahlheimat, eine Stadt im S\u00fcdosten Ungarns, 170.000 Einwohner, sehr viele Studenten, die w\u00e4rmste Stadt Ungarns und die Stadt mit den k\u00fcrzesten R\u00f6cken, in der Stadt kenne ich mich aus! Und ich habe leichtsinniger Weise erw\u00e4hnt das man in Szeged auch Fallschirmspringen kann. Ich h\u00e4tte nie damit gerechnet das Frau Nachbarin das machen m\u00f6chte.<\/p>\n<p>Und schon war ich in der Situation, dass ich auch springen musste. Ich als Mann kann und will nicht den Schwanz einziehen wenn meine Reisebegleitung springen m\u00f6chte. Das ist Ehrensache, das ist bei Todesstrafe verboten, jedenfalls f\u00fcr mich, da ich in Ungarn sozialisiert bin \u2013 ich sage immer das ich s\u00fcdl\u00e4ndisch versaut bin. Auch wenn ich zu dem Zeitpunkt es nicht einmal gewagt habe auf ein Stuhl zu steigen, denn ich habe H\u00f6henangst.<\/p>\n<p>Also musste ich da durch, es gab kein zur\u00fcck!<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/youtu.be\/UKIwuFbdfKo\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Mein erster Tandemsprung<\/a><\/p>\n<p>Ich muss zugeben, es hat Spa\u00df gemacht, obwohl ich extrem nerv\u00f6s war. Ich habe fast vor Panik gekotzt! Die Leute waren witzig drauf, irgendwie passt es. Es war ein extremer Adrenalin-Rausch, eine extreme Erfahrung. Ich musste dann im n\u00e4chsten Urlaub wiederholen. Ich sage dazu \u201esch\u00f6n bl\u00f6d\u201c.<\/p>\n<p>Nat\u00fcrlich konnte ich es nicht lassen &#8211; und da hatte ich den Sohn Dominik (13) der Tochter meiner Cousine (Nadine) mit. Sie meinte schon &#8222;Ihr baut Schei\u00dfe, ich will nicht nur nicht wissen was ihr f\u00fcr Schei\u00dfe baut!&#8220;<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/youtu.be\/waQqyMm2Zpc\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Dominik springt!<\/a><\/p>\n<p>So wie das Leben spielt, ein Wort gab das andere, O-Ton \u201eUnd wann kommst du wieder? Wann machst du den dritten Sprung?\u201c Und ich sagte \u201eDann kann ich ja gleich das springen lernen!\u201c Und schon war irgendwie klar dass ich es lernen und ich konnte nicht zur\u00fcck \u2013 vor mir! Typisch, ich hatte wieder den Mund zu weit auf gemacht.<\/p>\n<p>Und am Abend haben wir die Fotos bei Facebook rein gesetzt &#8211; 20 Minuten sp\u00e4ter klingelte das Telefon. Aber nix mit Mecker vom Chef.<\/p>\n<p><strong>Springen lernen<\/strong><\/p>\n<p>Ich habe mit Josef, meinen Sprunglehrer, einen Termin abgemacht an dem es losgehen sollte mit dem Kurs. Das war im Oktober 2015, Ungarn hatte unter dem Ansturm der Fl\u00fcchtlinge zu leiden, R\u00f6szke ist nur 10 km von Szeged entfernt, in Szeged war nationaler Notstand.<\/p>\n<p>Der Flughafen war voll von ungarischer, tschechischer und polnischer Armee, der Kurs findet normalerweise im Flughafen statt. Leider war alles besetzt, so dass wir zum Lernen in meine Wohnung ausgewichen sind. Ich hatte ein Mitsch\u00fcler, Janos aus Oroshaza, also ganz in der N\u00e4he meines \u201eungarischen Heimatdorfes\u201c Kaszaper. Der war erstaunt das ich mich da ausskannte, inklusiv Discos.<\/p>\n<p>Und schon gingen die Probleme los, bei mir l\u00e4uft nichts, absolut nichts, normal.<br \/>\nIch musste zur Flugtauglichkeitspr\u00fcfung. Die \u00c4rztin hat mich untersucht und gesehen dass ich bestrahlt worden bin. Ihre Frage war was das ist. Ich hatte 1982 Krebs, Ewing-Sarkom. Damals haben die \u00c4rzte mir noch 2 Wochen gegeben, wenn ich \u00fcberlebe dann im Rollstuhl, von mir immer \u201eCabrio\u201c genannt. Die \u00c4rzte verstehen bis heute nicht wieso ich gesund bin.<\/p>\n<p>Die \u00c4rztin wollte Akten von der Behandlung haben. Akten von 1982? Ronald Reagan war frisch gew\u00e4hlt worden, die Eiserne Lady erst kurz im Amt, in der Sowjetunion Breschnew noch an der Macht, im Fernsehen lief \u201eDallas\u201c an, die ersten 3 Folgen habe ich gesehen\u2026<br \/>\nIch bin aus dem Osten gefl\u00fcchtet, August 1989, noch vor der Wende. Woher soll ich Akten bekommen? Es gibt keine, keine Chance!<\/p>\n<p>Antwort der \u00c4rztin \u201eDann k\u00f6nnen sie nicht springen!\u201c. Meine Forderung war \u201eIch habe mein Arzt in Deutschland gefragt, der hat gesagt dass ich darf, sie soll weiter untersuchen!\u201c<\/p>\n<p>Zum Schluss meinte sie das sie die Luftfahrtbeh\u00f6rde fragen muss wie die Krebsart zu bewerten ist. Die Luftfahrbeh\u00f6rde in Budapest meinte nur dass sie noch nie so ein Fall hatten, sie schalten die Luftfahrtbundesbeh\u00f6rde in Deutschland ein. Die hatten aber auch noch nie so ein Fall. Also wurde die beratende \u00c4rztin der Luftfahrtbeh\u00f6rde in Budapest eingeschaltet. Diese kannte die Krebsart nur aus dem Buch, sie kann es aber nicht beurteilen was f\u00fcr eine Folge der Krebs hat. Ich soll mich an Krebsstation an der Uniklinik in Szeged wenden. Leider war die Krebsstation \u00fcberfordert, die Krebsart kommt nur bei Kindern vor. Und so musste ich zur Kinderklinik, zwischen lauter M\u00fcttern mit kleinen Kindern.<\/p>\n<p>Der Arzt war nat\u00fcrlich auch \u00fcberfordert. Ich soll dem Schicksal dankbar sein das ich lebe. Nur konnte er nicht beantworten ob mein K\u00f6rper die Belastung aush\u00e4lt. Also einmal R\u00f6ntgen und er hat mit meinem Sprunglehrer telefoniert um sich zu erkundigen welche Belastung der K\u00f6rper bei dem Sport ausgesetzt ist. O-Ton von Josef \u201eWie wenn man von dem K\u00fcchenstuhl springt!\u201c.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" class=\"alignnone size-medium wp-image-12 alignleft\" src=\"http:\/\/handrick.eu\/wp-content\/uploads\/2016\/05\/11225348_10153184703997654_829191853399761943_n-225x300.jpg\" alt=\"\" width=\"225\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/handrick.eu\/wp-content\/uploads\/2016\/05\/11225348_10153184703997654_829191853399761943_n-225x300.jpg 225w, https:\/\/handrick.eu\/wp-content\/uploads\/2016\/05\/11225348_10153184703997654_829191853399761943_n.jpg 720w\" sizes=\"(max-width: 225px) 100vw, 225px\" \/><\/p>\n<p>Jedenfalls habe ich die Genehmigung bekommen, auch wenn ich mich wie Larry Laffer gef\u00fchlt habe. Ich muss wohl nicht erw\u00e4hnen das ich \u00fcberall alles als Privatpatient bezahlen musste, nat\u00fcrlich hatten die \u00c4rzte, rein zuf\u00e4llig versteht sich, kein Wechselgeld bei sich. Das Grinsen im Gesicht erw\u00e4hne ich hier auch mal nicht, da musste ich durch.<\/p>\n<p>Ich musste in 1,5 Wochen den Stoff lernen den sonst die Sch\u00fcler von Josef in 3 Monaten lernen, fast alles in Einzelunterricht, zum Teil bei mir zu Haus, zum Teil im Thermalbad.<\/p>\n<p>Ich beschwere mich nicht, es passt zu mir, normal kann jeder.<\/p>\n<figure id=\"attachment_14\" aria-describedby=\"caption-attachment-14\" style=\"width: 225px\" class=\"wp-caption alignright\"><img loading=\"lazy\" class=\"size-medium wp-image-14\" src=\"http:\/\/handrick.eu\/wp-content\/uploads\/2016\/05\/12038437_10153195791127654_6198935918336194622_n-225x300.jpg\" alt=\"\" width=\"225\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/handrick.eu\/wp-content\/uploads\/2016\/05\/12038437_10153195791127654_6198935918336194622_n-225x300.jpg 225w, https:\/\/handrick.eu\/wp-content\/uploads\/2016\/05\/12038437_10153195791127654_6198935918336194622_n.jpg 720w\" sizes=\"(max-width: 225px) 100vw, 225px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-14\" class=\"wp-caption-text\">Die Theoretische Pr\u00fcfung an der Uni in Szeged<\/figcaption><\/figure>\n<p>Die Theoretische Pr\u00fcfung musste ich auch ablegen. Normalerweise muss man das auf dem Flughafen, der war aber besetzt. Josef hat mich gefragt ob es mich st\u00f6rt wenn ich die Pr\u00fcfung an der Uni ablege, er unterrichtet da einen Gruppe Studenten, die Sportgruppe \u201eFallschirmspringen\u201c. Wenn ich in Ungarn in die Kinderklinik gehe dann gehe ich auch zur Uni, sehr gern sogar.<\/p>\n<p>Josef hat mich auch gefragt was mein Ziel mit Fallschirmspringen ist. Nat\u00fcrlich m\u00f6chte ich keine BASE-Spr\u00fcnge machen, ich will springen lernen um regelm\u00e4\u00dfig in Szeged zu springen. Das soll einfach zu meinem Urlaub geh\u00f6ren. Ich will auch keinen m\u00f6glichst kleinen Fallschirm haben, ich will genie\u00dfen und nicht sportlich schnell runter kommen, also mit eim m\u00f6glichst gro\u00dfen, langsamen Schirm springen. Das ist aber ganz das Gegenteil was die anderen wollen, das ist mein Weg.<\/p>\n<p>Ich hatte immer das Gef\u00fchl das die Springer sehr skeptisch mir gegen\u00fcber waren, mich permanent gepr\u00fcft haben. Da kommt so ein Deutscher daher gelaufen, ich kann es verstehen! Das war auf der einen Seite witzig, auf der anderen Seite echt nervig.<\/p>\n<p>Die Pr\u00fcfung habe ich fehlerfrei abgelegt, danach ist Josef, mein Sprunglehrer und ein anderer Sch\u00fcler, den ich von dem Sprung mit meiner EX-Nachbarin kannte, zu mir nach Hause gekommen und wir haben so einige Flaschen Alkohol gelehrt, es war ein witziger Abend. Irgendwann sind beide nach Hause gegangen und ich in die Stadt, zuerst in eine Cocktailbar, dann in den \u201eRetroclub\u201c, meine Stammdisco. Und ich habe den freien Abend ohne B\u00fccher genossen, in vollen Z\u00fcgen, mehr sage ich nicht. So muss es sein!<\/p>\n<figure id=\"attachment_22\" aria-describedby=\"caption-attachment-22\" style=\"width: 225px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img loading=\"lazy\" class=\"size-medium wp-image-22\" src=\"http:\/\/handrick.eu\/wp-content\/uploads\/2016\/05\/12115740_10153193886942654_6959407640277515570_n-225x300.jpg\" alt=\"\" width=\"225\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/handrick.eu\/wp-content\/uploads\/2016\/05\/12115740_10153193886942654_6959407640277515570_n-225x300.jpg 225w, https:\/\/handrick.eu\/wp-content\/uploads\/2016\/05\/12115740_10153193886942654_6959407640277515570_n.jpg 720w\" sizes=\"(max-width: 225px) 100vw, 225px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-22\" class=\"wp-caption-text\">Wie \u00f6ffnet man die Rserve<\/figcaption><\/figure>\n<p>Nat\u00fcrlich habe ich in den 1,5 Wochen auch Trocken\u00fcbungen gehabt, also wie springe ich aus dem Flugzeug, wie ziehe ich die Reserve falls der Hauptschirm sich nicht \u00f6ffnet, etc.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/youtu.be\/it5_snAUoFw\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Wie springt man aus einer C-182?<\/a><\/p>\n<p>Wie haben den Absprung, wie man fliegt und die Landung immer wieder besprochen, aber das ist alles \u201everkopft\u201c, Theorie, graue Theorie.<\/p>\n<p>Am Sonnabend sollte es dann endlich ernst werden, der erste eigene Sprung!<\/p>\n<p>Aber der Flughafen in Szeged war gesperrt wegen dem Nationalen Notstand. Aber in Kiskunfeleshaza gab es ein Flughafen der seit 1989 gesperrt ist. Aber mit Schraubenzieher Hammer kommt man \u00fcberall rein. Angeblich offiziell, ich nehme es mal so hin. Einmal Rasen m\u00e4hen und los geht es. Jedenfalls waren die anderen Sprunglehrer sehr skeptisch mir gegen\u00fcber. Wie sollen sie verstehen das ich als Deutscher absolut kein Problem mit den Umst\u00e4nden habe, im Gegenteil, die Situation genie\u00dfe? Ein Abenteuer f\u00fcr sich.<\/p>\n<p>Nat\u00fcrlich musste ich als Sch\u00fcler bei dem Flugbetrieb mit anfassen. Also das Flugzeug aus dem Hangar schieben, Sitze ausbauen, Kanister mit Flugbenzin schleppen etc. So etwas ist hochinteressant, f\u00fcr mich jedenfalls.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" class=\"alignright size-medium wp-image-16\" src=\"http:\/\/handrick.eu\/wp-content\/uploads\/2016\/05\/12049594_10153200151052654_3212152430624933761_n-225x300.jpg\" alt=\"\" width=\"225\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/handrick.eu\/wp-content\/uploads\/2016\/05\/12049594_10153200151052654_3212152430624933761_n-225x300.jpg 225w, https:\/\/handrick.eu\/wp-content\/uploads\/2016\/05\/12049594_10153200151052654_3212152430624933761_n.jpg 720w\" sizes=\"(max-width: 225px) 100vw, 225px\" \/><\/p>\n<p>Ich konnte richtig sp\u00fcren wie ich skeptisch beobachtet wurde. Es war den anderen Springer anzumerken das die Situation geladen war. Wir kamen auf die politische Situation zu sprechen, sprich Fl\u00fcchtlinge, Merkel l\u00e4dt sie ein, Ungarn wei\u00df nicht weiter, die Grenze zu Serbien steht unter Kontrolle, damit keine Fl\u00fcchtlinge durchbrechen, und ich stand als Deutscher ihnen gegen\u00fcber. Sie waren sauer das \u201eihr Flughafen\u201c gesperrt war, ich konnte sie verstehen. In Deutschland werden die Ungarn als Nazis beschimpft, obwohl sie nur national orientiert sind und keine Z\u00fcge nach Auschwitz schicken. Und ich war ein Deutscher!<\/p>\n<p>Nur musste ich ihnen erkl\u00e4ren das ich ein halber Ungarn bin, meine Eltern sind Deutsch, mein Herz ist ungarisch, ich bin nicht links sondern liberal, Ungarn ist f\u00fcr mich nicht \u201efaschistisch\u201c sondern national-konservativ, also demokratisch. Ich kenne Ungarn seit 1987, es ist meine Wahlheimat. Jedenfalls hat sich durch Gespr\u00e4che die Situation entspannt. Jedenfalls war der Aspekt sehr interessant.<\/p>\n<p>Dann wurden Planen ausgelegt auf denen die Fallschirme gepackt wurden, der Tag war sehr nebelig, f\u00fcr Oktober extrem kalt, ungem\u00fctlich. Und wir mussten dann etwas warten bis sich der Nebel aufgel\u00f6st hat. Ich nutzte die Zeit mir alles genauer anzusehen. Im Hangar standen viele alte Flugzeuge, die seit 1989 nicht bewegt worden. \u00dcberall hingen Werbeplakate aus den Achtzigern, teilweise auf Deutsch. Das war die reinste Zeitkapsel. Hochinteressant!<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" class=\"alignnone size-thumbnail wp-image-15\" src=\"http:\/\/handrick.eu\/wp-content\/uploads\/2016\/05\/12039497_10153199204397654_5308942293048743497_n-150x150.jpg\" alt=\"\" width=\"150\" height=\"150\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignnone size-thumbnail wp-image-13\" src=\"http:\/\/handrick.eu\/wp-content\/uploads\/2016\/05\/12037981_10153200151027654_3105670197800524415_n-150x150.jpg\" alt=\"\" width=\"150\" height=\"150\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignnone size-thumbnail wp-image-24\" src=\"http:\/\/handrick.eu\/wp-content\/uploads\/2016\/05\/12144874_10153199204487654_7102624992225946108_n-150x150.jpg\" alt=\"\" width=\"150\" height=\"150\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignnone size-thumbnail wp-image-7\" src=\"http:\/\/handrick.eu\/wp-content\/uploads\/2016\/05\/1610819_10153199204432654_4649617144914098241_n-150x150.jpg\" alt=\"\" width=\"150\" height=\"150\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignnone size-thumbnail wp-image-17\" src=\"http:\/\/handrick.eu\/wp-content\/uploads\/2016\/05\/12049681_10153199204042654_7664625102116653574_n-150x150.jpg\" alt=\"\" width=\"150\" height=\"150\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignnone size-thumbnail wp-image-21\" src=\"http:\/\/handrick.eu\/wp-content\/uploads\/2016\/05\/12066028_10153199204182654_4274206339831087903_n-150x150.jpg\" alt=\"\" width=\"150\" height=\"150\"><\/p>\n<p>Irgendwann lichtet sich der Nebel.<\/p>\n<p>Josef zitierte uns beide Neulinge zu sich, er befragte uns noch einmal genau ob wir wirklich springen m\u00f6chten, er warnte uns das der Sprung uns ver\u00e4ndern w\u00fcrde, die Ver\u00e4nderung ist nicht wieder r\u00fcckg\u00e4ngig zu machen, das wird unser ganzes Leben ver\u00e4ndern.<\/p>\n<p>Janos und ich blieben dabei, wir wollen springen. Es gab kein zur\u00fcck!<\/p>\n<p>Janos und ich wurden angekleidet. Wir haben den Exit, also den Ausstieg aus dem Flugzeug, wiederholt ge\u00fcbt. Es ganze Ablauf inklusiv der Landung wurde noch einmal genau besprochen. Wir wurden mit Funkger\u00e4ten ausgestattet, bekamen den Fallschirm, alles wurde genau gepr\u00fcft. Ob der Fallschirm richtig gepackt war, ob die Gurte richtig sitzen, ob das Funkger\u00e4t funktioniert, ob die Automatische \u00d6ffnung des Reserveschirms aktiviert war etc.<\/p>\n<p>Und dann wurde ernst. Ab in das Flugzeug und los.<\/p>\n<p>Es war ein unglaubliches Gef\u00fchl. Die Motoren donnerten, das Flugzeug rollte langsam \u00fcber die Piste und hob ab. Das Gef\u00fchl war unbeschreiblich. Einerseits ging es endlich los, auf der anderen Seite hatte ich das Gef\u00fchl als schaue ich in die Fratze des Totes. Ich konnte sp\u00fcren wie das Adrenalin in den Adern floss, unbeschreiblich. Ich kann es kaum in Worte fassen.<\/p>\n<p>Langsam k\u00e4mpfte sich das Flugzeug in die H\u00f6he, zum einen hatte ich das Gef\u00fchl das es viel zu schnell ging, aber gleichzeitig war es eine unendlich lange Zeit. Immer wieder schaute ich auf den H\u00f6henmesser an meinem Arm. Dann kam von Josef der Befehl das wir uns fertig machen sollen, also die Brille und den Helm aufsetzen sollten, uns auf den Sprung vorbereiten m\u00fcssen.<\/p>\n<p>Dann wurde ernst, die T\u00fcr des Flugzeugs ging auf, ein Sturm tobte ohrenbet\u00e4ubend durch das Flugzeug, der Motor wurde gedrosselt. Es war ein Gef\u00fchl als ob die Fratze des Teufels einen anlacht, ja klar, theoretisch kann man sich noch entscheiden nicht zu springen, das bin aber nicht ich!<\/p>\n<p>Zuerst ist Janos gesprungen, dann war ich an der Reihe.<\/p>\n<p>Ich musste mich zur T\u00fcr bewegen, die F\u00fc\u00dfe aus dem Flugzeug auf das Trittbrett stellen. Wir hatten den Ausstieg oft ge\u00fcbt, ohne Fallschirm, mit Fallschirm ist es aber viel schwerer, da passt man schlechter durch die T\u00fcr! Und das Flugzeug musste erst wenden, damit ich nicht das Zielgebiet verfehle. Der Wind aus der offenen T\u00fcr massiert einen durch, das sind Urgewalten! Das waren gef\u00fchlt unendliche Sekunden, als ob die Zeit stehen bleibt, ein Gef\u00fchl als unterschreibe ich mein eigenes Todesurteil. Der Kopf will springen, der Bauch streikt, alles innere wehrt sich dagegen, alles war Extrem, absolut extrem. Ich hatte das Gef\u00fchl als gehe ich freiwillig zu meiner Hinrichtung. Alles streikt und schreit \u201eNein mach das nicht!\u201c, der Kopf muss st\u00e4rker sein, viel st\u00e4rker!\u201c Es ist ein Kampf des Himmels gegen die H\u00f6lle, Engel gegen Taufel!<\/p>\n<p>Dann gab Josef den Befehl \u201eRausklettern\u201c. Das ist die H\u00f6lle, aus dem Flugzeug zu klettern, sich an der Verstrebung des Flugzeuges festhalten, der Wind, der L\u00e4rm, der Blick in die Tiefe von \u00fcber 1.200 m. Es ist so verr\u00fcckt, man hat Angst, unendliche Angst, Angst runter zu fallen obwohl man einen Fallschirm hat und springen m\u00f6chte, die Situation ist pervers, irreal! Dann Blickkontakt zu Josef, ich kann nicht einfach abspringen wie ich mag. Nur auf Befehl!<\/p>\n<p>Sekunden sp\u00e4ter, eine gef\u00fchlte Ewigkeit, kam der Befehl \u201eAbsprung\u201c. Es ist als springt man in den Tod. Und ich bin gesprungen! Josef sagt, ich mache, pervers!<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/youtu.be\/KBQtYXMV050\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Mein erster eigene Sprung<\/a><\/p>\n<p>Ich bin in die Tiefe gefallen, Wahnsinn, der Fallschirm ging gleich auf.<\/p>\n<p>1.000, 2.000, 3.000, 4.000 und Kappenchek. Der Fallschirm war auf, aber irgendwie hat sich alles gedreht, ich konnte nicht beurteilen ob ich mich drehe oder der Fallschirm. Es war so irreal, einfach abgefahren. Ich hatte einen sogenannten Line Twist, ich hing in tausend Meter H\u00f6he, musste den Fallschirm entdrehen, es ging in einer Geschwindigkeit nach unten, der Kopf hatte irgendwie Speicher\u00fcberlauf. Mir gelang es den Schirm zu entdrehen, Gott sei Dank. Die Altenative w\u00e4re der Reserveschirm gewesen. Nur will man das? Die Reservezieht man wirklich wenn es sein muss, theoretisch k\u00f6nnte es passieren das er sich auch nicht \u00f6ffnet, Double Malefunktion nennt sich das \u2013 doppelte Fehlfunktion. V\u00f6llig abgefahren, so ein Dreher ist normalerweise nichts schlimmes, aber beim ersten Sprung? Ich hatte Josef gewarnt, bei mir gibt es kein \u201eNormal\u201c. Das ist so, das muss so sein, es gibt Freunde die mich \u201eden Untoten\u201c nennen.<\/p>\n<p>Nachdem ich der Schirm entdreht hatte pr\u00fcfte ich, ob er war rechteckig, alle Zellen gef\u00fcllt, der Slider war unten, die Leinen nicht verdreht war. Alles ok, kein Problem. Also griff ich zu den Bremsen, zog beherzt daran \u2013 so bremst also ein Fallschirm. Dann machte ich die ersten Lenkversuche. Nach rechts, nach links, wie stark reagiert der Schirm, wie reagiert er bei halb angezogener Bremse, bei voll angezogener Bremse etc.<\/p>\n<p>Die Situation ist unbeschreiblich, es ist als macht man den F\u00fchrerschein f\u00fcr das Auto und wird nach der Theorie in Hamburg in das Auto gesetzt und soll losfahren. Irre. Verr\u00fcckt! In der Theorie h\u00f6rt sich alles ganz einfach an, aber das Wissen umzusetzen ist verdammt schwer, sehr schwer, im Alltag macht man vieles aus dem Bauch heraus, der war aber \u00fcberfordert!<\/p>\n<p>Mein Herz klopfte, dann bekam ich von dem \u201eInstruktor\u201c Tamas Anweisungen wie ich zu fliegen habe, w\u00e4hrend Janos landete. Das gr\u00f6\u00dfte Problem f\u00fcr mich war die unbekannte Umgebung. In Szeged kenne ich die ganze Umgebung. Aber hier? Puszta, \u00fcberall Puszta, dann die Stadt, Strassen\u2026 Nichts kannte ich! Ich versuchte mich zu orientieren wo der Flugplatz ist, wo die Landezone ist, das war sehr schwierig. Oder war es zu viel f\u00fcr mein Kopf? Irgendwie n\u00e4herte ich mich mit der Hilfe \u00fcber Funk erfolgreich der Landezone. Die erste 90-Grad Wendung war kein Problem, die zweite auch nicht. Immer bekam ich die Anweisung \u00fcber Funk.<\/p>\n<p>Aber dann n\u00e4herte sich der Boden mit einer rasenden Geschwindigkeit, ich bekam Panik, Speicher\u00fcberlauf, der Boden kam n\u00e4her, n\u00e4herte sich mir immer mehr. Am Anfang ist man nicht in der Lage die H\u00f6he einzusch\u00e4tzen. Sind es noch 10 m oder 100 m bis zum Boden? In der Situation geht alles schneller als der Kopf denken kann, f\u00fcr mich war es nicht mehr beherrschbar. Ich zog dann die Bremse, viel zu schnell, viel zu hoch. Dann passierte es, Reiz\u00fcberflutung, die Sinneseindr\u00fccke waren so stark, ich konnte das Ganze nicht mehr verarbeiten. Ich merkte nur das etwas nicht stimmt, nicht stimmen kann. Hier geht etwas schief \u2013 nur was? Ich war nicht in der Lage zu erkennen was passiert\u2026 Ich hing hilflos am Schirm, ohne Orientierung, verstand nicht was passiert. Chaos im geschehen, Chaos in den Sinneseindr\u00fccken, Chaos im Kopf<\/p>\n<p>Alles drehte sich, ganz schnell, irgendwie, ich verlor absolut die Kontrolle, konnte die Situation nicht mehr erfassen und beurteilen. Nichts! Was geht hier ab? Was l\u00e4uft gerade? Sterbe ich jetzt?<\/p>\n<p>Und dann schlug ich auf dem Rasen auf, in meinen Erinnerungen spielt sich die Situation wie ein Film in Zeitlupe ab. Ich schlug zuerst mit den F\u00fc\u00dfen auf, r\u00fcckw\u00e4rts, die F\u00fc\u00dfe waren angewinkelt, es dr\u00fcckte sie nach vorn, ich war angespannt wie noch nie. Sie flogen f\u00f6rmlich nach vorn, obwohl die Muskeln und Sehnen bis zum Zerreisen angespannt waren. Dann schlug ich mit dem Hinterteil auf, dann mit dem R\u00fccken. Das war mein Gl\u00fcck, vorw\u00e4rts h\u00e4tte es mir die Beine und das Becken zertr\u00fcmmert. Auf der Brust war das Funkger\u00e4t, mir h\u00e4tte es die Brust zerschmettert. Beim l\u00e4uft immer alles so Schei\u00dfe das es wieder passt, wie die Faust auf das Auge, typisch f\u00fcr mich. Albert Einstein hat mal gesagt \u201eGott w\u00fcrfelt nicht!\u201c<\/p>\n<p>Der Aufschlag war aber so ein Schmerz, ein unendlich starker Schmerz, so als zerrei\u00dft es mich in tausend St\u00fccke.<\/p>\n<p>Der Schmerz war f\u00fcr Sekundenbruchteile so unbeschreiblich stark, die H\u00f6lle auf Erden. Ich kenne vieles, aber das war unbeschreiblich.<\/p>\n<p>Dann lag ich im Gras. Die Gedanken waren unbeschreiblich. Was ist jetzt passiert? Was ist los? Und dann diese Stille, eine unendliche Stille. Als ob die Zeit stehen geblieben ist. Lebe ich noch? Verliere ich Blut? Ver\u00e4ndern sich die Sinneseindr\u00fccke? Kann ich meine Arme bewegen, f\u00fchle ich meine F\u00fc\u00dfe noch, ich machte leichte Bewegungen mit dem R\u00fccken, ganz vorsichtig. Alles schien ok zu sein, aber ich blieb liegen, ich wusste nicht was ich machen soll.<\/p>\n<p>Schon kam die Freundin von Josef und der Instruktor angelaufen. \u201eLebst du noch? Lebst du noch?\u201c. \u201eJa, ich lebe noch, mir geht es gut!\u201c, ich richtete mich ganz langsam mit dem Oberk\u00f6rper auf, sie halfen mir den Fallschirm los zu werden, nicht das eine Windb\u00f6e mich hinterherzieht.<\/p>\n<p>\u201eHast du Schmerzen?\u201c war die n\u00e4chste Frage. \u201eJa, klar, aber es geht\u201c.<\/p>\n<p>\u201eWo tut es weh?\u201c \u201e\u00dcberall.\u201c<\/p>\n<p>Sie halfen mir vorsichtig auf, ich sollte f\u00fchlen ob etwas gebrochen ist. Nein.<\/p>\n<p>Ich lief gef\u00fchlte 500 m, es m\u00fcssen nur wenige Meter gewesen sein. Dann musste ich mich auf den Rasen legen. Der Kreislauf machte nicht mehr mit. Josef war inzwischen gelandet und kam an, er wollte wissen wie es mir geht. Er war nahe daran den Krankenwagen zu bestellen. Ich hatte aber nichts! Nur Schmerzen, der Kreislauf war kaputt, es war zu viel f\u00fcr mein Kopf.<\/p>\n<p>Ich stand irgendwann auf, lief zu den anderen, setzte mich auf ein Sitzkissen, ich f\u00fchlte mich wie gegen die Wand gelaufen, zerschlagen, fertig. Was zum Teufel ist passiert? Was ist mit mir los? Was ist passiert? Ich verstand die Welt nicht mehr\u2026<\/p>\n<p>Mir tat das Hinterteil weh, der Kreislauf war v\u00f6llig kaputt, alles drehte sich um mich.<\/p>\n<p>Mir wurde Wasser gebracht, Kaffee, immer wieder die Frage ob ein Krankenwagen kommen soll. Mal legte mich in das Gras, mal setzte ich mich hin, mal lief ich eine kleine Runde. Ausnahmezustand f\u00fcr Kopf und K\u00f6rper.<\/p>\n<p>Irgendwann kam der \u00e4ltere Herr, Typ Alm\u00f6hi, der das Flugzeug betankt und beim Packen der Fallschirme half. Ich sollte meine H\u00e4nde nach vorn ausstrecken. Sie zitterten wie Espenlaub. Er lachte aus vollem Herzen \u201ePanik, das ist normal, das ist nichts schlimmes!\u201c. Sehr beruhigend!<\/p>\n<p>In der Zwischenzeit kamen Kunden die Tandemspr\u00fcnge machen wollten.<\/p>\n<p>Janos meinte das es besser w\u00e4re wenn wir in die Stadt fahren, ich vermute das ich in dem Zustand nicht gut f\u00fcr das Gesch\u00e4ft war. Das kann ich verstehen, die Kunden sind so schon in Panik und dann sitze ich so fertig da, das geht nicht. Wir sind in die Stadt gefahren, haben Kaffee getrunken, auf dem Foto sehe ich extrem blass aus. Ist es ein Wunder?<\/p>\n<p>Dann haben wir essen f\u00fcr alle besorgt und es ging es zur\u00fcck zum Flugplatz.<\/p>\n<p>Mein K\u00f6rper f\u00fchlte sich wie zerschlagen an, als ob ich unter einen Dampfhammer gekommen bin. Aber alles war ganz, es waren nur Schmerzen, kein Bruch, keine Ausf\u00e4lle, nichts. Ich hoffte das ich mit einem blauen Auge davon gekommen bin. Wenn ich nur w\u00fcsste was passiert ist\u2026<\/p>\n<p>Josef zeigte uns auch das Video von unserem Absprung, zu mir sagte er nicht viel. Er wollte sp\u00e4ter mit mir sprechen.<\/p>\n<p>Ich setzte mich zu den Packern um nicht die Kunden zu verschrecken und beobachtete wie sie die Fallschirme packten. Um zu helfen taten mir alle Knochen zu weh. Ich habe mal hier und mal da den Versuch unternommen zu helfen, aber der K\u00f6rper wollte nicht und ich war auch durch den Wind.<\/p>\n<p>Also habe ich so manches nette Filmchen gedreht.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/youtu.be\/CaC0FI5Osfw\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Fallschirm packen<\/a><\/p>\n<p>Janos ist noch einmal gesprungen, ich blieb lieber auf dem Boden. Nicht weil ich Angst hatte, sondern es war zu viel f\u00fcr mich, ich f\u00fchlte mich nicht bereit dazu. Wenn der K\u00f6rper nein sagt ist halt nein!<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/youtu.be\/aXmuk7oIxA0\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Janos springt!<\/a><\/p>\n<p>Am Abend fragte mich Josef ob ich nach Szeged m\u00f6chte oder auf dem Flugplatz bleiben und \u00fcbernachten m\u00f6chte. Was soll ich in Szeged, in dem Zustand kann ich nicht in den Retroclub! Und ich bin da um Fallschirmspringen zu lernen. Also blieb ich da. Keine Frage.<\/p>\n<p>Der Flughafen war bis 1989 in der Hand von dem MHSZ (Ungarische Heimatverteidigung) , das war eine Organisation wie in der \u201eDDR\u201c die GST, also zur vormilit\u00e4rischen Ausbildung.<br \/>\nEs gab die M\u00f6glichkeiten auf dem Flugplatz zu \u00fcbernachten. Wir kamen \u00fcberall mit Schraubenzieher und Hammer rein. Die Betten waren seit 25 Jahren unbenutzt, fragt nicht nach dem Geruch, alles muffig, alles alt.<\/p>\n<p>Josef, mein Sprunglehrer, hat mit 15 auf dem Flugplatz das Springen und packen gelernt, heute ist er 47, das Geb\u00e4ude war wie eine Zeitkapsel. Wir begaben uns mit einer Taschenlampe auf Expedition. \u00dcberall noch Plakate aus dem Sozialismus. \u201eEs lebe der erste ungarische Kosmonaut!\u201c, \u201eEs lebe die br\u00fcderliche Freundschaft zwischen der Republik Ungarn und Jugoslawien\u201c, \u201eJungs und M\u00e4dchen kommt zu uns\u2026\u201c. In der Ecke stand der Staubsauger \u201eRakete\u201c. Das Inventarverzeichnis war von 1983, mein Sprunglehrer f\u00fchlte sich in seine Jugend zur\u00fcck versetzt. Wir sprachen, rein philosophisch nat\u00fcrlich, von der alten Zeit. Er fand die Zeit damals gut, ich war ein Gegner des Kommunismus. Wir verstanden uns obwohl wir sehr unterschiedliche Ansichten \u00fcber die damalige Zeit haben. Es menschelte halt. In den Augen von Josef war ein Leuchten zu sehen, die Erinnerung an die Jugend.<\/p>\n<p>Jedenfalls entspannte sich die Lage zwischen den anderen Springern und mir immer mehr, als sie sp\u00fcrten das ich, obwohl ich aus Deutschland komme, kein Problem mit den Umst\u00e4nden hatte. Warum auch. Bin ich etwas Besseres? Nein, ich war dankbar das ich das erleben durfte. Das war ein Erlebnis f\u00fcr sich!<\/p>\n<p>Es gab fast kein Strom, kein Wasser, keine Heizung, keine Duschen, nichts. Wir \u00f6ffneten noch weitere Schlafr\u00e4ume mit Schraubenzieher und Hammer, die Betten waren auch seit 25 Jahren unbenutzt, kein Problem, Abenteuer pur.<\/p>\n<figure id=\"attachment_10\" aria-describedby=\"caption-attachment-10\" style=\"width: 225px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img loading=\"lazy\" class=\"size-medium wp-image-10\" src=\"http:\/\/handrick.eu\/wp-content\/uploads\/2016\/05\/11214338_10153199203947654_458410458557221293_n-225x300.jpg\" alt=\"\" width=\"225\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/handrick.eu\/wp-content\/uploads\/2016\/05\/11214338_10153199203947654_458410458557221293_n-225x300.jpg 225w, https:\/\/handrick.eu\/wp-content\/uploads\/2016\/05\/11214338_10153199203947654_458410458557221293_n.jpg 720w\" sizes=\"(max-width: 225px) 100vw, 225px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-10\" class=\"wp-caption-text\">Die T\u00fcren werden mit Schraubenzierh und Hammer ge\u00f6ffnet<\/figcaption><\/figure>\n<p>Dann erfolgte die Taufe von Janos und mir, das musste sein, nach alter Tradition.<\/p>\n<p>Danach ging in den Aufenthaltsraum. Da stand der Instrukor mit einer Wasserflasche \u2013 Kenner wissen das da aber Schwarzgebrannter drin war. Er fragte ob ich etwas trinken m\u00f6chte. \u201eJa, was hast du?\u201c. Cola, Wasser, Wein, Schnaps. Meine Frage war \u201eSchnaps? Haszi-Palinka?\u201c Also ob er Scharzgebrannten hat. \u201eIgen! (JA!)\u201c. Er sch\u00fcttelte nur noch den Kopf und seine Augen leuchteten und er konnte nicht mehr vor lachen \u2013 ein deutscher der Schwarzgebrannten kennt und trinkt. Und so tranken wir einige Palinka, der hat so ca. 55 % Alkohol und schmeckt sehr lecker.<\/p>\n<p>Und dann versch\u00fcttete er noch das gute Ges\u00f6ff. Ich fragte ihn ob er Russe sei, weil ihm die Gl\u00e4ser zu klein sind. Da passen keine \u201esto Gramm\u201c (russisch \u2013 100 Gram) rein. Er konnte nicht mehr vor lachen, er hat Tr\u00e4nen gelacht! Heute wei\u00df ich das ich ein Mitglied der ungarischen Nationalmannschaft und Weltmeister als Russen bezeichnet habe. Er fand es witzig. Es menschelte halt.<img loading=\"lazy\" class=\"size-medium wp-image-8 alignright\" src=\"http:\/\/handrick.eu\/wp-content\/uploads\/2016\/05\/1622150_10153199204792654_8111325740748273641_n-300x225.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"https:\/\/handrick.eu\/wp-content\/uploads\/2016\/05\/1622150_10153199204792654_8111325740748273641_n-300x225.jpg 300w, https:\/\/handrick.eu\/wp-content\/uploads\/2016\/05\/1622150_10153199204792654_8111325740748273641_n-768x576.jpg 768w, https:\/\/handrick.eu\/wp-content\/uploads\/2016\/05\/1622150_10153199204792654_8111325740748273641_n.jpg 960w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/p>\n<p>Wir fuhren dann in die Stadt um etwas zu essen. Nat\u00fcrlich machten wir Sp\u00e4\u00dfe, wie jemanden der auf dem WC war viel scharfen Paprika in das Bier zu kippen, wir unterhielten uns, auch \u00fcber die Politik, wie ich es sehe, was ich von Ungarn denke, das ganze wurde echt freundschaftlich, wir soffen, wir feierten, so wie es sein muss.<\/p>\n<p>Und irgendwann erz\u00e4hlte mir der Instruktor, betrunken wie wir waren, was eigentlich bei dem Sprung passiert ist, was ich falsch gemacht habe.<\/p>\n<p>Ich habe zu hoch die Bremsen viel zu schnell angezogen, der Schirm ist nach hinten gekippt, dann habe ich vor Panik die Bremsen gel\u00f6st, das ist bei Todesstrafe verboten, das ist kreuzgef\u00e4hrlich, das haben wir vorher auch gelernt. Ich hing an dem Fallschirm wie ein Pendel, bin dann aus ca. 20 m auf den Boden aufgeschlagen, Tendenz eher 25 m als 15 m. Normalerweise \u00fcberlebt man das nicht. Ich habe Gl\u00fcck, verdammtes Gl\u00fcck.<\/p>\n<p>Josef erz\u00e4hlte mir das meine K\u00f6rperhaltung bei dem Absprung vom Flugzeug nicht korrekt war, ich habe mein Becken nicht weit genug nach vorn gestreckt. Daher habe ich mich gedreht und die Leinen vom Fallschirm aufgedreht.<\/p>\n<p>Endlich verstand ich was passiert ist, realisiert hatte ich es aber noch nicht richtig. Der Kopf hat es verstanden, der Bauch noch nicht.<\/p>\n<p>Dann ging es zur\u00fcck zum Flugplatz. Ich bekam auch ein Schlafsack, ich nahm eine Schlaftablette um trotz Schmerzen einzuschlafen.<\/p>\n<p>Am n\u00e4chsten Morgen fr\u00fchst\u00fcckten wir, es war kalt, die anderen sprangen aus dem Flugzeug, mein K\u00f6rper tat noch weh, also habe ich es gelassen. Es war auch besser so. Ich passte beim Packen der Fallschirme auf, half wo ich konnte. Es kamen viele Kunden die Tandemspr\u00fcnge machten, ein ganz normaler Tag auf dem Flugplatz. Kinder spielten am Rand Fu\u00dfball, die Sonne schien, die Motoren donnerten, viele sprangen aus dem Flugzeug.<\/p>\n<p>Am Abend packten wir alles zusammen, und Josef sprach dann als Abschlussgespr\u00e4ch mit mir wie ich das ganze sehe.<\/p>\n<p>\u201eJa klar, der Sturz war hart, ich habe verdammtes Gl\u00fcck gehabt, es war mein Fehler, absolut mein Fehler. Der Fehler darf nie, nie wieder passieren! Daf\u00fcr k\u00f6nnt ihr nichts!\u201c<\/p>\n<p>Josef meinte nur \u201eGut, da hast du nicht nur etwas f\u00fcr das Fallschirmspringen gelernt, sondern auch f\u00fcr das Leben!\u201c Ich vermute er wollte wissen ob ich die Schuld bei mir suche oder bei den anderen. Aber bei dem Sport bin ich nur f\u00fcr mich verantwortlich, nur f\u00fcr mich. Wenn etwas passiert habe ich einen Fehler gemacht.<\/p>\n<p>Dann wollte er wissen ob ich weiter machen m\u00f6chte.<\/p>\n<p>\u201eJa, wenn alles ok ist m\u00f6chte ich weiter machen. Aber ich muss dann gegen die Angst k\u00e4mpfen und k\u00f6rperlich muss alles ok sein.\u201c<\/p>\n<p>Josef hat nat\u00fcrlich nachgefragt ob das wirklich mein Wille ist, es sei kein Problem wenn ich jetzt aussteige. Ich soll es ehrlich sagen.<\/p>\n<p>\u201eNein, ich bleibe dabei, ich will weiter machen\u201c.<\/p>\n<p>Seine Antwort war \u201eDu bist hart im Nehmen, du passt zu uns, du bist einer von uns, willkommen im Club!\u201c Das war f\u00fcr mich die gr\u00f6\u00dfte Auszeichnung meines Lebens. Irgendwie passt es, ich f\u00fchle mich zu Hause, angekommen.<\/p>\n<p>Wir fuhren zur\u00fcck nach Szeged, wir philosophierten wie der Mensch beim Springen reagiert.<\/p>\n<p>Es g\u00e4be Menschen ohne echte Gef\u00fchle, denen macht das Springen nicht viel aus, das ist f\u00fcr sie wie Treppen steigen, es g\u00e4be aber auch Menschen mit sehr starken Gef\u00fchlen, die h\u00e4tten auch sehr gro\u00dfe Angst, wenn sie aber es schaffen sind sie perfekte Springer. Der Anfang w\u00e4re aber sehr, sehr hart f\u00fcr sie. Und genau zu der Gruppe w\u00fcrde ich geh\u00f6ren.<\/p>\n<p>Ich packte zu Hause in Szeged meine Sachen ein, vorsichtshalber nahm ich nur das n\u00f6tigste mit und der Rest blieb in meiner Wohnung. Am Montag ging es mit der Bahn nach Budapest, von da aus mit dem Flieger nach Hamburg, gleich ab zur Firma, arbeiten muss sein! Nat\u00fcrlich waren die Kollegen gespannt was passiert ist. \u201eIch bin abgest\u00fcrzt aus 20 m.\u201c Von einem Kollegen kam der Kommentar \u201eDas passiert halt wenn man in Osteuropa springt!\u201c. Als funktioniert in Deutschland der Fallschirm anders, ich habe den Fehler gemacht obwohl wir es vorher alles besprochen habe. Ich h\u00e4tte es mit der Sprungschule nicht besser treffen k\u00f6nnen!<\/p>\n<p>Dienstag zur Firma, Mittwoche bin ich aber aus Vorsicht zum Arzt, der hat ger\u00f6ntgt, und festgestellt das etwas an der Wirbels\u00e4ule nicht stimmt. Daher mu\u00dfte ich zu einem Facharzt f\u00fcr die Wirbels\u00e4ule, der zur mich zu CT schickte. Es wurde festgestellt das ich mir ein Wirbel angebrochen habe, der R\u00f6ntgenarzt und der \u201eWirbelarzt\u2018\u201c haben diskutiert ob es eine stabile oder instabile Fraktur ist. Zum Gl\u00fcck war es eine stabile Fraktur. Die Schwester an der Rezeption wollte wissen wie das passiert ist und ob ich wieder springen m\u00f6chte. Das Strahlen in den Augen soll mir immer wieder begegnen. Verr\u00fcckt, wie sich die Reaktion der Frauen ver\u00e4ndert.<\/p>\n<p>Ich habe ich ein Korsett bekommen das ich fast 2 Monate tragen musste. In der Zeit konnte ich nicht im Bett schlafen, nur im Wohnzimmer. Ich durfte und konnte nicht viel machen, ich hatte viel Zeit nachzudenken. Ich konnte weder putzen, noch im Garten arbeiten, noch zur Disco, nichts. Ich besch\u00e4ftigte mich daher viel mit dem Thema Angst. Angsttheorie, wie entsteht Panik, wie kann man dagegen ank\u00e4mpfen.<\/p>\n<p>Der Arzt meinte das ich jetzt zur Schmerztherapie muss. Welche Schmerzen? Welchen Wirbel habe ich mir eigentlich angebrochen? Wo ist er? Ich wei\u00df bis heute nicht wo der 12. Brustwirbel ist. Was schmerzt waren die Prellungen des Hinterteils. In der Firma auf dem B\u00fcrostuhl zu sitzen war arg anstrengend. Und jetzt schmerzen ab und zu die Rippen, die sind wohl arg verbogen worden bei dem Aufprall. Das sind nur Schmerzen, positive Schmerzen, was soll es. Da muss ich durch, das geh\u00f6rt dazu.<\/p>\n<p>Tatsache ist das mich der Sprung ver\u00e4ndert hat. Absolut und positiv.<\/p>\n<p>Diese Ver\u00e4nderung ist auch nicht reversibel, sie ist f\u00fcr immer, wie eine Narbe in der Seele, nur das sie positiv ist. Absolut irre das ganze!<\/p>\n<p>Ich habe keine Probleme mehr anderen zu sagen was mir nicht passt.<\/p>\n<p>Ich habe jede Form der Angst vor dem Tot verloren.<\/p>\n<p>Mir sind viele Sachen unwichtig geworden, die Priorit\u00e4ten im Leben sind noch mehr verschoben, ich war vorher schon extrem, jetzt noch mehr.<\/p>\n<p>Und mein Zeitempfinden ist ver\u00e4ndert. Als Kind war ein Tag unendlich lang, mit dem Alter werden sie k\u00fcrzer. Jetzt sind die Tage wieder unendlich lang.<\/p>\n<p>Ich f\u00fchle mich so als h\u00e4tte jemand den Resetknopf im Kopf gedr\u00fcckt. Verr\u00fcckt. Und ich habe keinen Schock, nichts. Ich muss eine Nerven wie aus Eisen haben. Freunde sagen ich h\u00e4tte eine Seele wie ein Norddeutsches Kaltblutpferd! Keine Ahnung, normal bin ich jedenfalls nicht.<\/p>\n<p>Weihnachten habe ich mit Josef den Schlachtplan gemacht wie es weiter geht.<\/p>\n<p>Ich ziehe jetzt ein Fitnessprogramm durch, so 3-4 mal in der Woche zum Sport.<br \/>\nMein K\u00f6rper hat in der Zeit mit dem Korsett sehr stark abgebaut. Jetzt erholt er sich, ich werde kr\u00e4ftiger. Das ist auch wichtig, damit ich ein gutes K\u00f6rpergef\u00fchl habe.<\/p>\n<p>Ein anderer Springer meinte das ich mir zu viel Sorgen mache, ich soll nur 10 mal am Tag aus dem Flugzeug springen. Ja, der Springer hat gut reden mit seinen \u00fcber 6.000 Spr\u00fcngen. Ich darf nur keine Schei\u00dfe bei den n\u00e4chsten Spr\u00fcngen machen. Das kann t\u00f6dlich enden! Ich will leben! Also mu\u00df ich vor den 10 Spr\u00fcngen zuerst mein Programm durchziehen, ich muss!<\/p>\n<p>Kollegen haben mich gefragt ob ich \u201eMister Bad Schwartau\u201c werden m\u00f6chte. Nein, ich will nur springen. Ich will, ich muss!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Vorgeschichte \u2013 scheiss H\u00f6henangst Vielleicht bin ich nicht normal, ich liebe Reisen, aber nicht als normaler Tourist, sondern auf eigene Faust mit einem kleinen indischen PickUp. 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